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Hotspot Bericht

Droht der Welt ein neuer Nuklearkrieg?

Nordkorea, 11.04.2017 von Céline Neuenschwander

Trotz Verstössen gegen internationale Abkommen testet Nordkorea Raketen und Atomwaffen. Damit provoziert Nordkoreas Präsident Kim Jong Un die internationale Gemeinschaft und lässt Bedenken über einen atomaren Angriff aufkommen. Die USA drohen mit harten Massnahmen und damit, im Alleingang gegen Pjöngjang vorzugehen. Lässt sich so die Gefahr tatsächlich einschränken oder droht der Welt ein atomarer Kriegsausbruch?

Nordkorea hatte in den vergangenen Monaten mehrere Raketen abgefeuert und dadurch seine Nachbarländer und die USA provoziert. Die nordkoreanische Regierung unter Kim Jong Un entwickelte Langstreckenraketen und atomare Sprengköpfe. Mit den letzten Tests demonstrierte Nordkorea, dass es mit den Raketen bereits Hawaii erreichen könnte und somit zu einem nuklearen Schlag auf amerikanisches Festland nicht mehr viel fehlt. Letzten Herbst verhängte die UNO neue Sanktionen gegen Nordkorea, nachdem erneute Raketen und Atomwaffentests durchgeführt wurden. Die Sanktionen blieben jedoch wirkungslos, vor allem durch die lose Umsetzung durch China. Während China als einziges Land mit Nordkorea Handel betreibt und dadurch eine gewisse Kontrolle über Nordkorea besitzt, stehen dem die anderen Nachbarländer Japan und Südkorea machtlos gegenüber. Bei einem erneuten Raketentest liess Trump verlauten, China müsse den Druck auf Pjöngjang erhöhen, andernfalls würden die USA im Alleingang gegen Nordkorea vorgehen. Damit schlägt Trump neue Töne an, bislang war die gegenseitige Abschreckung stabil und verhinderte einen ernsthaften Angriffsschlag.

Die ausgesprochenen Drohungen von Trump müssen ernst genommen werden, insbesondere da über seine aussenpolitische Strategie wenig bekannt und von einer gewissen Unberechenbarkeit geprägt ist. Hinzu kommt, dass Japan und Südkorea, als direkt bedrohte Nachbarn Nordkoreas, für den Schutz von den USA abhängig sind. Präsident Trump kritisierte genau diese Abhängigkeit und nannte Japan und Südkorea „Trittbrettfahrer“. Vergangene Woche starteten Südkorea und Japan mit Hilfe der USA eine Marineabwehr, die eine wirksame Reaktion auf mögliche Angriffe Nordkoreas bieten soll.

Der bisherige Ansatz basierte vor allem auf Sanktionen gegen Nordkorea. Nichtsdestotrotz rüstete Pjöngjang weiter auf und testete Raketen. Mit der bisherigen Reaktionsweise konnte seit 20 Jahren keinen Fortschritt in Nordkoreas Atomprogramm erzielt werden. Inzwischen wird sogar angenommen, dass Nordkorea im Besitz von über 20 nuklearen Sprengköpfen ist. Drohungen und Sanktionen blieben wirkungslos, stattdessen wurden Provokationen hervorgerufen und Misstrauen verschärft. Bis dato haben Annäherungsversuche das Regime gestärkt und die Bevölkerung weiter geschwächt.

Um einen Fortschritt zu erreichen, sind neue Schritte notwendig. Dazu zählen verstärkte militärische Abschreckungen der Nachbarländer Japan und Südkorea. Möglicherweise sogar eine nukleare Abschreckung durch Japan und Südkorea, um das regionale Gleichgewicht herzustellen. Somit könnte die Abhängigkeit von den USA und deren unbeständige Aussenpolitik vermindert und die eigene Sicherheit begünstigt werden. Pjöngjang möchte  internationale Anerkennung und diplomatische Verbindungen ab. Mit dem heutigen Regime unter Kim Jong Un sind aber keine Verhandlungen möglich, internationale Anerkennung ist nur ohne Kim Jong Un denkbar. Trotzdem muss vordergründig eine Gesprächsbereitschaft gezeigt werden, anstatt ein bewaffnetes Nordkorea in die Ecke zu drängen.

Auch die Rolle Chinas ist relevant für das Fortbestehen des nordkoreanischen Regimes. Wenn China die internationalen Sanktionen im Finanzbereich unterstützen würde, hätte man wirkungsvolle Mittel gegen Kim Jong Un in der Hand und ein Umsturz wäre wahrscheinlich. Der bisherige Ansatz mit Nordkorea und dem Nuklearproblem war über 20 Jahre lang nicht zielführend. Ein neuer Ansatz könnte dies ändern.

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