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Fachartikel

Die Mauer muss weg – oder wie Sie Sprachbarrieren überwinden und die Welt erobern können

Weltweit, 28.06.2019 vonSteven Sohn

Ob man auswandert oder auf Reisen geht – sobald man den deutschsprachigen Raum verlässt, wird die Verständigung auf Deutsch schwierig. Will man sich dennoch mit den Menschen austauschen, kommt man ums Sprachenlernen kaum herum. Für so manchen scheint dies eine enorme Herausforderung. Wir zeigen Ihnen, warum es sich trotzdem lohnt und geben Ihnen nützliche Tipps für Ihre linguistischen Vorhaben.

Warum sollte ich überhaupt die lokale Sprache lernen?

Kurze Antwort: damit Sie mehr als nur „Bahnhof“ verstehen. Wer will schon sein neues Leben auf dem Perron aufbauen?

Längere Antwort: Gerade für eine erfolgreiche und nachhaltig Glückseligkeit versprechende Auswanderung sind solide Kenntnisse der lokalen Sprache unabdingbar. Nicht umsonst gelten Sprachkenntnisse als Schlüssel zur Welt. Während so mancher Auswandernde der Ansicht ist, dass (rudimentäres) Englisch überall genügt, verunmöglicht diese minimalistische Herangehensweise eine wahrhaftige Integration im Gastland. Dies liegt daran, dass die Menschen vielerorts des Englischen gar nicht mächtig sind oder sich nicht dabei wohlfühlen, in ihrem eigenen Land ständig in einer Fremdsprache reden zu müssen. Es entsteht dadurch oftmals eine Barriere zwischen Auswandernden und Einheimischen – ein Phänomen, das man auch in der Expat-Szene in der Schweiz beobachten kann. In manchen Ländern können Sie sogar auf richtiggehende Ablehnung stossen.

Darüber hinaus ist die Sprache auch Spiegel unserer Seele, denn sie ermöglicht es uns, unseren innersten Gedanken und Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Integrale Bestandteile unserer Persönlichkeit, wie z.B. Humor, hängen eng mit der Sprache zusammen. Damit Sie auch im Auswanderungsland sich selbst sein können, sind also gute Sprachkenntnisse eine zentrale Voraussetzung.

Zu guter Letzt zeigen Sie den Einheimischen durch das Erlernen der lokalen Sprache, dass Sie ihr Land und ihre Kultur respektieren und sich bemühen, sich zu integrieren. Damit verschaffen Sie sich, selbst wenn Ihre Kommunikationsfähigkeit noch rudimentär ist, wichtige Pluspunkte. Sie werden feststellen, dass sehr viele Menschen diese Geste sehr schätzen und gleich viel freundlicher und offener auf Sie reagieren werden.

Möchten Sie also in Ihrer neuen Heimat nicht nur einen Kaffee bestellen oder die Polizei rufen, sondern wirklich Anschluss finden sowie tiefe Freundschaften schliessen können, sind fundierte Sprachkenntnisse von grösster Bedeutung.

 

Aller Anfang ist schwer

Mitunter am schwierigsten ist es, den Anfang zu machen. Insbesondere bei komplett fremden Sprachen mit komplizierter Aussprache oder eigenem Schriftsystem ist man rasch eingeschüchtert. Aber kein Grund zur Panik – gehen Sie Schritt für Schritt vor.

Als erstes gilt es dabei, sich seiner wichtigsten Beweggründe klar zu werden. Vergegenwärtigen Sie sich zunächst einmal, warum Sie die Sprache überhaupt lernen wollen. Möchten Sie Ihre/n Partner/in besser verstehen? Möchten Sie Freunde finden? Benötigen Sie die Sprache für Ihre Arbeit? Davon ausgehend sollten Sie klare und vor allem realistische Ziele und Prioritäten definieren. Mit dieser Schwerpunktsetzung wissen Sie nicht nur, was Ihnen beim Sprachenlernen wichtig ist, sondern Sie legen auch das Fundament für Ihre längerfristige Motivation. Und los geht’s!

 

Dranbleiben zählt!

Beim Erlernen von Sprachen gilt wie so oft im Leben: Übung macht den Meister bzw. die Meisterin. Ein halbwegs vernünftiges Niveau zu erreichen braucht Zeit. Nehmen Sie sich diese und seien Sie sich stets bewusst, dass Sie stetig besser werden. Zentral ist, dass Sie sich regelmässig aktiv mit der Sprache auseinandersetzen. Dabei müssen Sie auch nicht jeden Tag stundenlang büffeln – bereits 15-20 Minuten konzentriertes Lernen am Tag wird Sie schnell voranbringen.

Trauen Sie sich dabei ruhig, erst einmal kleine Brötchen zu backen. Fangen Sie mit der Aussprache und/oder dem Schriftsystem (falls es ein eigenes gibt) an und lernen Sie die alltäglichen Floskeln. Diese sind nicht nur einfach zu erlernen, sondern erlauben es Ihnen auch, die neue Sprache direkt im Alltag anzuwenden. Das ist wichtig, denn eine Sprache erlernt man nicht im Labor, sondern im Leben – wenden Sie Ihre neue Sprache so oft und in so vielen Situationen wie möglich an. Das braucht vor allem zu Beginn etwas Mut, aber es lohnt sich. Haben Sie keine Angst, Fehler zu begehen – das ist vollkommen normal und wird sich mit der Zeit von alleine legen.

Regelmässigkeit, Disziplin und Geduld bilden also den Kern des Erfolgs.

 

Unsere Empfehlungen für Ihren Lernerfolg

Damit Sie auch wirklich dranbleiben können, sollten Sie einen Lernstil finden, der Ihrem Wesen entspricht. Nicht jeder lernt auf die gleiche Art und Weise, ein wenig Experimentierfreudigkeit ist hier also angezeigt. Vergessen Sie dabei jedenfalls nicht, Spass am Sprachenlernen zu haben! Heutzutage gibt es allerlei hervorragender Mittel, eine Sprache effizient und mit Freude erlenen zu können – da ist bestimmt auch etwas für Sie dabei.

Die folgende Liste soll Ihnen als Stütze dienen, damit Sie die für Sie am besten geeignetste Lernstrategie finden können.

  • Der Klassiker: Gruppenkurse an Volkshochschulen, Universitäten oder privaten Sprachschulen.
  • Bücher zum Selberlernen. Empfehlenswert sind dabei z.B. jene von Langenscheidt oder PONS. Falls Sie eine ausgefallenere Herangehensweise vorziehen, lohnt sich auch ein Blick auf die Assimil-Methode – mit dieser soll man eine Sprache ähnlich wie Kinder erlernen, also ohne direkt Grammatik und Vokabular zu büffeln.
  • Online-Kurse wie jene von Rosetta Stone oder Linguajet.
  • Lesen Sie Zeitungen, Magazine oder Bücher in der Fremdsprache, die Sie interessieren und die Sie sonst auf Deutsch auch lesen würden (oder schon gelesen haben). Zeitungen sind zudem ein hervorragendes Mittel, sich über die Situation im Auswanderungsland auf dem Laufenden zu halten.
  • Schauen Sie Filme oder Serien in der neuen Sprache, allenfalls mit Untertiteln.
  • Bedienen Sie sich der Wunderwaffe Internet. Hier finden Sie zahlreiche ausgezeichnete Möglichkeiten, sich an die neue Sprache heranzutasten oder bestehende Kenntnisse zu vertiefen. Auf YouTube z.B. existieren viele Kurse spezifisch fürs Sprachenlernen, aber auch Videos der Medien aus Ihrem Gastland. Alternativ sind Podcasts empfehlenswert, besonders zur Stärkung des Hörverständnisses.

Aus unserer Erfahrung lohnt sich aber vor allem eine Kombination aus den oben genannten Methoden. Das sorgt zudem auch für eine angenehme Abwechslung, die die Motivation aufrechterhält.

Letztlich müssen Sie jedoch Ihren eigenen Weg finden – und auch gehen. Dazu sind allenfalls ein wenig Experimentieren sowie Mut nötig – und genau das kann den Reiz des Sprachenlernens ausmachen!

Der Weg mag steinig sein, aber es lohnt sich! | Bild: Roger Steinbacher @ unsplash.com

 

Hotspot Weltweit

Hotspot Bericht

Mit der Kamera an die Kriegsfront

18.05.2018vonCéline Neuenschwander

Wenn er gerade nicht unterrichtet, dann reist Alex Kühni in den Krieg. Als Kriegsjournalist dokumentiert er die Konflikte dieser Welt. Sein Ziel dabei: Das Bewusstsein der Menschen in den westlichen Ländern schärfen. Zu diesem Zweck gibt er sich oftmals selbst in Lebensgefahr. Für seine Arbeit gewann Kühni den diesjährigen Swiss Press Photo Award der Kategorie Ausland. Ein Interview über ein Leben zwischen Klassenzimmer und Kriegsfront.

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