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Mitgliederbericht

Warum es gut ist, dass Soliswiss mit Partnern Coaching und psychologische Unterstützung anbietet

Weltweit, 23.06.2019 vonNicole Töpperwien

...zum Beispiel, wenn einem eigentlich gar nichts passiert ist.

Soliswiss-Geschäftsführerin Nicole Töpperwien erzählt von ihren Erfahrungen.

 

Hier eine Liste der kleinen und grösseren Dinge, die mir während meiner mehr als 15-jährigen Beratungstätigkeit passiert sind, ohne dass mir etwas passiert ist.

  • In ein Taxi eingestiegen, das wie wild in die falsche Richtung davongefahren ist. Sprung aus dem fahrenden Taxi unbeschadet überstanden.
  • In Parlamentsgebäude gewesen, als dieses von einer bewaffneten Gruppe überfallen wird, aus Gebäude evakuiert.
  • Hotels wegen Generalstreiks geschlossen, Privatunterkunft gesucht und gefunden
  • Trotz Generalstreik zum Flughafen gefahren, Auto dahinter von Streikenden überfallen, Windschutzscheibe eingeschlagen. Selbst gut angekommen.
  • Von Erkrankung eines Familienmitglieds erfahren während selbst am anderen Ende der Welt mit vier Bodyguards unterwegs
  • Land kurz nach Erdbeben besucht.
  • Orginalfotos und Videos von gewaltsamen Zusammenstössen analysiert und weitergeleitet
  • Von Rebellenführer gefragt worden, wie er seinen Anhängern den sofortigen Gewaltverzicht erklären soll, nachdem er diese zuvor aufgerufen hat, ihr Leben für die Sache zu riskieren und es bereits Tote gegeben hat.
  • Angst in der Stimme der Mutter gehört und dennoch weitergereist
  • Aus Sitzungszimmer alles entfernt, was als Wurfgeschoss oder Waffe verwendet werden könnte
  • Handgreiflichen Streit von zwei Repräsentanten unterschiedlicher Bürgerkriegsparteien unterbrochen
  • Vor Geburtstagsfest und small talk geflüchtet und trotzdem wieder eingeladen worden
  • Bei Reifenpanne mit Kindern Kekse geteilt und herumgealbert, deren Eltern am nächsten Tag bei einem Protest auf unterschiedlicher Seite standen
  • Eine Woche Fastfood gegessen, da wegen Gefahrenlage keine Erlaubnis, das Hotel zu verlassen
  • Eine Nacht länger geblieben, da bewaffnete Gruppe nicht für Garantie der sicheren Durchreise erreichbar war
  • Verschiedene Bekannte bei Attentaten und Kriegshandlungen verloren
  • Hunger und Armut gesehen und wieder abgereist
  • Beim Packen Streit mit Ehemann vom Zaun gebrochen, ohne dass er es nachgetragen hat
  • Verbotener Weise Taxi statt gepanzertem Fahrzeug genommen und Beschützer gefunden
  • Jetlag und Magenverstimmungen überstanden
  • Radikalisierung eines Politikers mitverfolgt, nachdem er verhaftet worden war
  • Tropisches Ungeziefer eingefangen und wieder losgeworden
  • Mit Stuhl beworfen worden, einfach weitergegangen
  • Trotz Warnung nach Einbruch der Dunkelheit gereist und in illegale Strassensperre geraten, wegen «Verständigungsschwierigkeiten» Weiterfahrt ohne «Spende» erreicht
  • Schlaflose Nächte mit schlechten Krimis bezwungen

Auch wenn einem selbst so objektiv gar nichts passiert ist, kann professionelle Unterstützung wichtig sein, damit über die Summer der Dinge nicht doch etwas passiert. Mit den eigenen Emotionen klar zu kommen, heisst auch die Kraft und Energie zu bewahren für das, was Freude macht und Sinn gibt.

Wir alle tragen Erlebnisse mit uns. Was hat Sie bewegt? Care to share?

 

 

Hotspot Weltweit

Hotspot Bericht

Mit der Kamera an die Kriegsfront

18.05.2018vonCéline Neuenschwander

Wenn er gerade nicht unterrichtet, dann reist Alex Kühni in den Krieg. Als Kriegsjournalist dokumentiert er die Konflikte dieser Welt. Sein Ziel dabei: Das Bewusstsein der Menschen in den westlichen Ländern schärfen. Zu diesem Zweck gibt er sich oftmals selbst in Lebensgefahr. Für seine Arbeit gewann Kühni den diesjährigen Swiss Press Photo Award der Kategorie Ausland. Ein Interview über ein Leben zwischen Klassenzimmer und Kriegsfront.

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