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Fachartikel

Auswandern: Corona-Zwangspause zur Vorbereitung nutzen

Weltweit, 15.05.2020 vonSteven Sohn

Die Grenzen sind geschlossen, die Wirtschaft darbt und das Coronavirus verbreitet sich nach wie vor weiter. An Auswandern ist momentan also kaum zu denken. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Zwangspause effektiv nutzen können.

Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat die Auswanderungspläne zahlreicher Schweizerinnen und Schweizer schlagartig über den Haufen geworfen: das geplante Hotel kann angesichts des zusammengebrochenen Tourismus nicht eröffnet werden; das Gesundheitsrisiko – gerade für ältere Auswandernde –im Zielland ist zu hoch; oder die Grenzen sind schlicht und einfach zu. Damit liegt Auswandern für viele zurzeit nicht drin.

Trotzdem wird auch diese Krise irgendwann ein Ende finden, selbst wenn niemand weiss, wann genau. Insofern ist es auch nicht verwunderlich, dass viele auswanderungswillige Schweizerinnen und Schweizer – das zeigen die vielen Anfragen, die in letzter Zeit an uns gelangten – ihre Träume noch nicht aufgegeben haben. Zu Recht, denn die Zwangspause kann Ihnen eine gute Gelegenheit bieten, sich weiter und noch besser auf Ihre Auswanderung vorzubereiten. Dabei sollten Sie die nachfolgenden Aspekte berücksichtigen.

 

Der neuen Situation Rechnung tragen

Seien Sie sich bewusst, dass zurzeit niemand eine seriöse Aussage treffen kann, wie lange diese Pandemie inkl. entsprechender Einschränkungen noch andauern wird. Zur Zeit des Verfassens dieses Artikels wird in Europa und Nordamerika vielerorts gelockert, doch wie das Beispiel anderer Länder zeigt, ist es durchaus möglich, dass die Massnahmen erneut verschärft werden. In diesem Zusammenhang bewegt auch die Sorge über eine zweite Welle ExpertInnen und PolitikerInnen weltweit. Ganz zu schweigen von den wirtschaftlichen Folgen, die die ganze Krise voraussichtlich nach sich ziehen wird.

Ihren Auswanderungsplan sollten Sie daher unbedingt im Lichte dieser veränderten Realität erneut prüfen. Ist es zum Beispiel wirklich sinnvoll, jetzt ein Bed&Breakfast in Thailand oder eine Bar auf Kreta zu eröffnen? Unter Umständen wäre eine Reorientierung oder zumindest Anpassung Ihres Business Plans empfehlenswert. Beachten Sie dabei, dass aufgrund der globalisierten Wirtschaft die Krise weltweit Auswirkungen haben kann (gerade im Tourismus), selbst wenn das Virus lokal in Ihrer Auswanderungsregion (noch) nicht verbreitet ist.

Sie sollten dabei die weiteren Entwicklungen in der Schweiz, in Ihrem Zielland sowie auf der ganzen Welt aufmerksam verfolgen und allenfalls Ihr Auswanderungsvorhaben doch noch mal ein wenig verschieben oder anpassen. Weitere Informationen und nützliche Links dazu finden Sie hier.

 

Absicherungen vorsehen

Vor diesem Hintergrund dürfte es ebenfalls sinnvoll sein, sich einen Plan B zurechtzulegen und, soweit möglich, nicht alle Verbindungen zur Schweiz zu kappen. Stellen Sie sicher, dass Sie im schlimmsten Falle ohne grosse Probleme und ohne übermässig viel Aufwand wieder in die Schweiz zurückkehren können.

Dabei sollten Sie beispielsweise an Ihre Unterkunft denken: Möchten Sie Ihr Haus bzw. Ihre Wohnung vorerst behalten, vielleicht zur Vermietung oder Untervermietung? Können Sie alternativ mit Sicherheit im Notfall bei Bekannten unterkommen? Ganz besonders zentral ist zudem, dass Sie ein ausreichendes finanzielles Polster anlegen, um Ihre mögliche Rückreise sowie die erste Zeit in der Schweiz ohne Gram finanzieren zu können. Überlegen Sie sich zudem, wie Sie im Falle einer Rückkehr wieder ins berufliche Leben in der Schweiz einsteigen können, falls Sie noch nicht pensioniert sind.

Die momentane Krise führt zudem erneut vor Augen, wie wichtig ein adäquater Versicherungsschutz ist. Insbesondere eine gute Kranken-, Haftpflicht und Reiseversicherung kann in solchen Zeiten Gold wert sein. Prüfen Sie daher vorsichtig und frühzeitig, welche Versicherungsleistungen Sie benötigen und welche Angebote es gibt. Auch hat die Pandemie in vielen Ländern die ohnehin nicht immer zuverlässige Post ganz zum Erliegen gebracht. Da kann es nützlich sein, vorsorglich eine Zustelladresse in der Schweiz zu haben.

 

— Wünschen Sie zu Ihrem persönlichen Auswanderungsplan eine individuelle Beratung, so stehen Ihnen unsere Beraterinnen und Berater gerne zur Verfügung. —

 

Budget prüfen

Einer der häufigsten Gründe für eine gescheiterte Auswanderung betrifft die mangelnde finanzielle Planung. Viele auswanderungswillige Schweizerinnen und Schweizer unterschätzen die Kosten, die mit dem Umzug in die neue Heimat, mit dem dort verfolgten Projekt (z.B. Betrieb eines Restaurants) oder durch das Alltagsleben (Lebensmittel, Miete, Versicherungen, etc.) anfallen. Die weit verbreitete Meinung, dass die Lebenshaltungskosten in vielen Staaten tiefer ausfallen als in der Schweiz, stimmt zwar im Grunde oftmals, aber der Schein kann eben doch trügen – insbesondere, wenn Sie Ihren Schweizer Lebensstandard einigermassen halten wollen.

Prüfen Sie also noch einmal sorgfältig Ihr Budget. Wie viel Geld haben Sie vor allem für die ersten paar Monate mit Sicherheit zur Verfügung? Wie werden Sie in der neuen Heimat an Geld kommen? Wenn Sie pensioniert sind, reicht Ihre Rente bzw. Ihr Pensionskassenvermögen? Wie teuer sind die Lebenshaltungskosten vor Ort wirklich, und welche Erwartungen haben Sie bezüglich Ihres Lebensstandards? Können Sie sicherstellen, dass Sie für Notlagen genügend finanzielle Reserven haben? Wie sieht die wirtschaftliche Lage in Ihrem Zielland aus, grassiert eine Inflation?

Es gilt hierbei also viele Faktoren zu berücksichtigen – doch die Mühe lohnt sich, denn finanzielle Probleme sind vermutlich die häufigste Ursache für eine Rückkehr in die Schweiz.

 

Sprachen lernen, Vereinsamung vorbeugen

Viele Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer bekunden nach der «Flitterwochen-Phase», welche typisch ist für die erste Zeit kurz nach der Auswanderung, grosse Schwierigkeiten, in der neuen Heimat Anschluss zu finden. Wirkliche Freundschaften zu schliessen, sich in der Nachbarschaft zu integrieren und auch über sein Innerstes sprechen zu können – solche Aspekte fehlen mitunter, gewisse Ausgewanderte leiden gar unter Einsamkeit. Ein zentraler Grund für diese Schwierigkeit bildet dabei die oft unterschätzte Wirkung der Sprachbarriere.

Ohne mehr sagen zu können als «Guten Tag» oder «Wie geht’s?» ist es schwierig, Teil der neuen Heimat zu werden. Vermeiden Sie diesen häufigen Fehler und nutzen Sie nun die Zeit, die Sprache richtig zu lernen. Dafür gibt es geniale Selbstlernkurse, z.B. von PONS oder Langenscheidt. Auch YouTube bietet eine Fülle an Lernvideos zu so ziemlich jeder Sprache, die es gibt. Übers Internet können Sie überdies ein Tandem-Gspänli zum Üben und Reden finden. Weitere Tipps haben wir für Sie in diesem Artikel zusammengefasst.

 

Beweggründe überdenken

In Zeiten von Corona geraten viele Menschen ins Grübeln. Das kann durchaus lohnenswert sein. Immer wieder werden Geschichten von Ausgewanderten an uns herangetragen, die nach einiger Zeit in Ihrer neuen Heimat von Ihren alten Problemen eingeholt wurden. Wenn Sie also lediglich auswandern möchten, um Ihren Sorgen zu entfliehen, so sollten Sie sich eventuell noch einmal Gedanken darüber machen, warum Sie überhaupt wegwollen und ob eine Auswanderung wirklich das Richtige für Sie ist.

 

Der Vorfreude frönen

Auswandern ist und bleibt etwas Schönes und Spannendes. Viele ausgewanderte Soliswiss-Mitglieder berichten uns, dass sie ihre Entscheidung nie bereut haben und es jederzeit wieder tun würden. Lassen Sie sich Ihre Träume also nicht madig machen und bleiben Sie positiv. Denn vergessen Sie nicht: Mit der zusätzlichen Zeit können Sie, sofern Sie sie zur Vorbereitung nutzen, Ihre Chancen auf eine langfristig erfolgreiche Auswanderung massgeblich steigern.

 

Möchten auch Sie auswandern, müssen Ihre Pläne jedoch aufschieben? Haben Sie Fragen rund ums Thema Auswandern, Globetrotten oder Reisen? Dann kontaktieren Sie uns gerne per Mail via info@soliswiss.ch oder direkt per Telefon via +41 31 380 70 30. Unsere professionellen Beraterinnen und Berater freuen sich auf Sie!

 

 

 

Hotspot Weltweit

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Mit der Kamera an die Kriegsfront

18.05.2018vonCéline Neuenschwander

Wenn er gerade nicht unterrichtet, dann reist Alex Kühni in den Krieg. Als Kriegsjournalist dokumentiert er die Konflikte dieser Welt. Sein Ziel dabei: Das Bewusstsein der Menschen in den westlichen Ländern schärfen. Zu diesem Zweck gibt er sich oftmals selbst in Lebensgefahr. Für seine Arbeit gewann Kühni den diesjährigen Swiss Press Photo Award der Kategorie Ausland. Ein Interview über ein Leben zwischen Klassenzimmer und Kriegsfront.

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