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Fachartikel

Auswandern mit Kindern – was gilt es zu beachten?

Weltweit, 07.03.2019 vonSteven Sohn

Auswandern – ein Abenteuer für die ganze Familie. Bei aller Vorfreude kann dies jedoch auch mit zahlreichen Ungewissheiten und Sorgen einhergehen. Sind Kinder mit von der Partie, stellen sich allerlei zusätzliche Fragen. Dieser Artikel bietet Ihnen eine Hilfestellung zu häufig auftauchenden Herausforderungen beim Auswandern mit der Familie, wobei wir uns hier auf Hinweise zu Ausbildung und Gesundheit konzentrieren.

Vorbereitung

Wichtig ist eine angemessene, altersgerechte und frühzeitige Vorbereitung des Kindes. Ziehen Sie Ihre Kinder aktiv in den Auswanderungsprozess mit ein, nehmen Sie ihre Sorgen ernst und halten Sie ihre Erwartungen stets realistisch. Besonders hilfreich kann ein gemeinsamer Urlaub im Zielland sein. Dieser bietet dem Kind die Gelegenheit, sich einen ersten Eindruck über die neue Umgebung (idealerweise auch der Schule) machen zu können. Alternativ können Sie mit Ihrem Kind gemeinsam Bücher über das Gastland lesen und/oder gemeinsam Fotographien Ihrer neuen Heimat studieren. Zentral hierbei ist, das Kind nicht vor vollendete Tatsachen zu stellen.

 

Ausbildung

Am Anfang stehen Abklärungen in Bezug auf die rechtliche Lage: Wie ist das Schulsystem strukturiert? Ist es mit dem Schweizer System vergleichbar? Gibt es eine Kindergarten- und/oder Schulpflicht?

Als Nächstes drängt sich in vielen Ländern die Grundsatzfrage auf, ob das Kind eine lokale oder eine internationale Schule besuchen soll. Bei lokalen Schulen stellt sich zusätzlich noch die Wahl zwischen privaten und öffentlichen Einrichtungen. Die Qualität der Schule kann ein wichtiger Faktor bei der Wahl des neuen Zuhause sein.

Dabei stellt sich überdies die Frage der Anerkennung der Abschlüsse. Immer wieder bekunden Auswandererkinder Mühe, mit ihrem Abschluss in der Schweiz oder einem anderen Land Zugang zu einer weiterführenden Ausbildung (z.B. Universitätsstudium, KV-Lehre, Handelsmittelschule, etc.) oder gewissen Berufen zu erhalten. Durch den Besuch einer anerkannten internationalen Einrichtungen – insbesondere Schweizer, französischen oder deutschen Schulen im Ausland – kann diese Hürde umgangen werden, da diese offiziell anerkannte Diplome (u.U. gar die Matura) vergeben. Auch der „International Baccalaureate“ geniesst mittlerweile eine breite Anerkennung. Je nach Land werden aber auch die Abschlüsse der gewöhnlichen staatlichen Schulen ohne grössere Probleme anerkannt – weiterführende Informationen hierzu bietet Ihnen das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) sowie das Netzwerk der Schweizerschulen im Ausland educationsuisse.

Unterschätzen Sie bei Ihrer Entscheidungsfindung den finanziellen Faktor nicht. Private und internationale Schulen können mitunter sehr hohe Schulgelder verlangen, und nicht in allen Ländern sind Stipendien erhältlich. Unabhängig der Schulwahl empfiehlt es sich ferner dringend, sich möglichst früh mit der Anmeldung zu beschäftigen, um die verpflichtenden Anmeldefristen nicht zu verpassen.

Besucht Ihr Kind bereits eine weiterführende Schule, muss es unter Umständen noch Lernstoff nachholen oder gewisse Zusatzleistungen erbringen. Nebst der sprachlichen Herausforderung und den gewöhnlichen Anpassungsschwierigkeiten an das neue Umfeld kann dies eine gewisse Belastung darstellen. Bei Teenagern sollte zudem bereits geklärt werden, wie es nach der obligatorischen Schule weitergehen soll. Kommt eher eine Lehre oder ein Studium in Frage? Soll das Kind diese in der Schweiz absolvieren? Wenn ja, welche Voraussetzungen müssen dazu erfüllt werden?

Zu guter Letzt gilt es auch die Schulkultur zu beachten: Schuluniformen, ein mehr oder weniger autoritärer Erziehungsstil mit mehr oder weniger strikten Regeln, religiöse Wertevermittlung, etc. Welche Faktoren sind Ihnen und Ihrem Kind wichtig, welche stellen ein «No-Go» dar? Es lohnt sich, sich mit diesen Fragen bereits im Voraus zu beschäftigen, um allfällige Konflikte zu umgehen.

Bild: Jeffrey Hamilton @ unsplash.com

 

Kindertagesstätten

Ähnlich wie in der Schweiz kann es zuweilen lange Wartelisten für KiTa-Plätze geben, wobei die Situation von Land zu Land unterschiedlich ausfällt. Gewisse Länder gewähren gar ein Anrecht auf einen KiTa-Platz. Treffen Sie also auf jeden Fall frühzeitig die notwendigen Abklärungen und planen Sie auf jeden Fall ausreichend Zeit ein. Nutzen Sie z.B. bereits im Vorfeld einen Urlaub in der neuen Heimat, um sich ein Bild vom Angebot an privaten und staatlichen Einrichtungen sowie deren Qualität machen zu können. Allenfalls bietet Ihnen dies zudem die Möglichkeit, sich einen Platz zu reservieren.

 

Gesundheit

Klären Sie vor der Abreise ab, welche Impfungen Ihr Kind bereits vor der Einreise vorweisen muss und welche es haben sollte. Beachten Sie, dass gewisse Impfstoffe in Ihrer neuen Heimat eventuell nicht verfügbar oder äusserst kostspielig sein können. Ferner ist das Gesundheitssystem in gewissen Staaten nicht mit jenem der Schweiz vergleichbar. Beispielhaft sei in diesem Zusammenhang auf die Impfskandale in China verwiesen, in dessen Rahmen Kleinkindern minderwertige und/oder wirkungslose Impfstoffe (u.a. gegen Tollwut) verabreicht wurden. Wir empfehlen Ihnen, bei Unsicherheiten bezüglich der Qualität des Gesundheitssystems so viele Abklärungen wie möglich noch in der Schweiz zu erledigen.

Leidet Ihr Kind unter Allergien oder (chronischen) Krankheiten und benötigt Medikamente, sollten Sie frühzeitig abklären, ob Sie in Ihrer neuen Heimat problemlos die notwendige Medizin beziehen oder wie Sie diese anderweitig organisieren können – und wie hoch die Kosten dafür sind. Halten Sie stets alle einschlägigen Dokumente aktuell, damit Sie jederzeit reisebereit sind und sich flexibel allenfalls in der Schweiz oder einem anderen Land versorgen lassen können. Dies ist umso wichtiger wenn Sie in einem Land wohnen, in dem keine medizinische Versorgung gewährleistet wird.

 

Versicherungen und Krankenkasse

Sind Sie im neuen Residenzland krankenversicherungspflichtig? Falls nein, achten Sie bei einer lokalen bzw. internationalen freiwilligen Krankenversicherungsdeckung auf das Preis/Leistungs-Verhältnis. Allenfalls lohnt es sich, eine internationale schweizerische Krankenkasse abzuschliessen. Diverse Schweizer Krankenkassen bieten internationale Krankenversicherungen für Auswandernde an. Diese Krankenkassenlösungen müssen jedoch noch vor Ihrer Abmeldung in der Schweiz beantragt werden. Eine Aufnahme ist allerdings nicht garantiert, sondern hängt namentlich von der Gesundheitsprüfung ab.

Sollten Sie Fragen in Bezug auf Versicherungen und Krankenkassen haben, stehen Ihnen unsere Berater und Beraterinnen gerne zur Verfügung.

 

Bei weiteren Fragen oder Sorgen steht Ihnen unser Beraterteam jederzeit gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns ungeniert!

Bild: Jude Beck @ unsplash.com

 

 

 

Hotspot Weltweit

Hotspot Bericht

Mit der Kamera an die Kriegsfront

18.05.2018vonCéline Neuenschwander

Wenn er gerade nicht unterrichtet, dann reist Alex Kühni in den Krieg. Als Kriegsjournalist dokumentiert er die Konflikte dieser Welt. Sein Ziel dabei: Das Bewusstsein der Menschen in den westlichen Ländern schärfen. Zu diesem Zweck gibt er sich oftmals selbst in Lebensgefahr. Für seine Arbeit gewann Kühni den diesjährigen Swiss Press Photo Award der Kategorie Ausland. Ein Interview über ein Leben zwischen Klassenzimmer und Kriegsfront.

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