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Mitgliederbericht

Angst verstehen und angehen, egal wo Sie sind

Weltweit, 21.03.2020 vonElsbeth Horbaty

Es sind ausserordentliche Zeiten, welche bei vielen Menschen für Verunsicherung und gar Ängsten sorgen. Coach und Resilienz-Trainerin Elsbeth Horbaty gibt Tipps, welche Sie überall auf der Welt zur Angstbewältigung anwenden können.

Es sind aussergewöhnliche Zeiten. Bei Soliswiss treffen in diesen Tagen Dutzende von Anfragen ein, Schweizerinnen und Schweizer zu unterstützen, die in diesen schwierigen Momenten nicht mit der Familie zusammen sein können, die an einem Ort gestrandet sind, wo sie eigentlich nur ein paar Tage oder Wochen bleiben wollten oder die sich überlegen, in die Schweiz zurückzukehren. Wir als Soliswiss geben alles, unseren Mitgliedern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Da dies auch emotional eine anstrengende Zeit ist, haben wir Elsbeth Horbaty angefragt, einen Beitrag für uns zu schreiben. Sie arbeitet als selbständige Konsulentin, Coach und Trauma-Therapeutin und hat selbst viele Jahre im Ausland verbracht. Auf Anfrage unterstützt sie auch unsere Mitglieder.

Wir haben sie gefragt, wie man mit der Ungewissheit der aktuellen Situation und der damit einhergehenden Angst umgehen kann.

Lesen Sie hier ihre Antworten:

 

Umgang mit Unsicherheit und Angst

Angst ist eigentlich etwas Positives. Angst hält uns Menschen davon ab, Dinge zu unternehmen, die für uns lebensgefährlich sind. Der Körper reagiert bei Angst gleich wie im Stress: Kampf oder Flucht. Das Herz pumpt. Der Atem geht schneller. Der präfrontale Kortex, also der Teil im Hirn wo wir denken, schaltet aus und das Stammhirn übernimmt unsere Handlung. Hier ein paar Tipps, wie wir das autonome Nervensystem beruhigen und so das Denken wieder einschalten und rationale Überlegungen machen können:

  • Die Angst findet immer in der Zukunft statt. Sicherheit und Ruhe gibt es, wenn wir uns auf den jetzigen Moment konzentrieren. Eine konkrete einfache Möglichkeit ist es, den Körper wahrzunehmen. Wie fühlen sich meine Füsse am Boden an? Warm oder kalt? Kann ich die Socken in meinen Schuhen oder den Stuhl, auf dem ich sitze, wahrnehmen?
  • Ich beobachte meinen Atem. Wie atme ich? Langsam oder schnell, tief oder oberflächlich?
  • Ich wende eine Atmung an, welche mein Nervensystem beruhigt. Beim Einatmen auf 2 zählen, beim Ausatmen auf 4… dann beim Einatmen auf 3 und beim Ausatmen auf 6.
  • Ich nehme eine warme Dusche, dann kurz auf kalt und dann wieder auf warm. Spüren Sie den Unterschied zur warmen Ruhe.
  • Ich gehe nach draussen und nehme die Natur mit allen 5 Sinnen wahr: Was höre ich, was sehe ich, wonach riecht es, was schmecke ich, wie fühlt sich der Wind oder die Sonne auf meinem Körper an? (Achten Sie dabei auf die Wahrung von Distanz zu anderen).
  • Ich nehme eine schwere Decke und wickle mich gut ein.

«Es ist das Ungewisse, das uns Menschen verzweifeln lässt» – Julius Kurmann

 

Bei Gefühlen der Panik

Bei Panik reagiert der Körper nur noch mit Flucht. Falls Sie jemandem helfen möchten, der sich in Panik fühlt, seien Sie streng zu dieser Person und geben ihr die obigen Anweisungen in einem klaren, strengen Ton. Oder wenn das nichts hilft:

  • 4er-Atmung: Kann sofortige Beruhigung bewirken und wird oft bei Soldaten angewendet: Einatmen und auf 4 zählen, Atem anhalten und auf 4 zählen, ausatmen und auf 4 zählen, Atem anhalten und auf 4 zählen.
  • Der Panikattacken-«Notfallkoffer»: Falls Sie befürchten, dass Sie in Panik geraten könnten, stellen Sie sich im übertragenen Sinne einen Notfallkoffer zusammen. Dies kann zum Beispiel eine Notiz sein – auf Papier oder elektronisch – mit fünf Dingen, die Ihnen im Falle einer aufkommenden Panik helfen können, zum Beispiel eine Atemübung, eine Meditation, eine schöne Erinnerung, ein Gegenstand, der sich gut anfühlt, alles was Sie zumindest für einen Moment ablenken und zur Ruhe kommen lassen kann.
  • Selbstumarmung: Auch kann Umarmen und Festhalten helfen, im Zweifel auch eine Selbstumarmung. Das funktioniert bei Kindern und bei Erwachsenen. Gehalten werden oder sich halten gibt Sicherheit.

 

 

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Mit der Kamera an die Kriegsfront

18.05.2018vonCéline Neuenschwander

Wenn er gerade nicht unterrichtet, dann reist Alex Kühni in den Krieg. Als Kriegsjournalist dokumentiert er die Konflikte dieser Welt. Sein Ziel dabei: Das Bewusstsein der Menschen in den westlichen Ländern schärfen. Zu diesem Zweck gibt er sich oftmals selbst in Lebensgefahr. Für seine Arbeit gewann Kühni den diesjährigen Swiss Press Photo Award der Kategorie Ausland. Ein Interview über ein Leben zwischen Klassenzimmer und Kriegsfront.

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