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Achtung vor Betrügereien

5 häufige Betrugsmaschen im Ausland – und wie Sie sich dagegen schützen können

Weltweit, 12.02.2019 vonSteven Sohn

Ob Reise oder Auswanderung - ein Aufenthalt in einem fremden Land ist eine spannende, horizonterweiterende Erfahrung. Und doch kann das Abenteuer böse enden: wo immer Ortsunkundige sich einfinden, sind auch Betrüger nicht weit. Lassen Sie sich Ihren Aufenthalt nicht vermiesen und bereiten Sie sich gebührend vor. Wir stellen Ihnen dazu 5 weltweit verbreitete Betrugsmaschen vor und zeigen auf, wie Sie sich dagegen schützen können.

1. Das Freundschaftsbändeli, das keines ist

Je nach Land tritt ein Souvenirverkäufer, ein Mönch oder ein simpler Passant an Sie heran und bindet Ihnen ungefragt ein Armbändchen um Ihr Handgelenk – und zwar so, dass Sie es nicht ohne Weiteres selbst entfernen können. Für dieses angebliche Freundschafts- oder Glücksband werden Sie dann auch sogleich zur Kasse gebeten.

In einer anderen Variante dieses Tricks werden Ihnen anstelle von Armbändchen oder sonstigem Schmuck ungefragt Dienstleistungen angeboten. Ehe Sie es sich versehen putzt Ihnen z.B. der Betrüger Ihre Schuhe und fordert nach erledigter Arbeit ein haarsträubendes Entgelt.

Unser Tipp: Beharren Sie auf Ihrem «nein» und verlangen Sie, dass das Armband entfernt wird (wenn Sie es nicht selbst können). Lassen Sie sich nicht ins Gewissen reden und zücken Sie auf keinen Fall Ihr Portemonnaie – Sie wollen dem Betrüger schliesslich nicht auch noch verraten, wo Sie Ihr Geld aufbewahren.


2. Gestellte Unfälle: «die Masche der zerstörten Vase»

Ein Horrorszenario, das leider gar nicht so selten ist: unterwegs auf Entdeckungsreise mit dem Auto oder Motorrad  kracht es plötzlich – Sie haben jemanden angefahren. Nur: die Person hat sich absichtlich vor Ihr Gefährt geworfen, um nun eine exorbitante Entschädigungssumme zu verlangen.

Unser Tipp: Installieren Sie eine sogenannte «Dashcam», also eine auf dem Armaturenbrett befestigte Videokamera, die Ihre Fahrt bzw. die Strassensicht stets aufzeichnet. Damit werden Sie im schlimmsten Fall Ihre Unschuld beweisen können. Je nach rechtsstaatlicher Situation sollten Sie in solchen Situationen darauf bestehen, die Polizei einzuschalten und allenfalls auf eine professionelle medizinische Untersuchung beharren.

Der Name «Masche der zerstörten Vase» (Broken Vase Scam) geht übrigens auf seinen angeblichen Ursprung aus der chinesischen Qing-Dynastie zurück, als die Betrüger noch gefälschte Antiquitäten tragend – typischerweise eine teure Vase – in irgendwelche Leute liefen und dabei das gute Stück fallen liessen. Mittlerweile nutzen die Betrüger ihren eigenen Körper als «Vase» – und nicht nur in China: diese Masche ist weltweit verbreitet.


3. Der vermeintliche Helfer in Not

Bild: そらみみ // Wikimedia Commons

Reisende kennen das Dilemma: Sie sind an einer Bus- oder Zugstation und verstehen nur Bahnhof. Die richtige Linie, das richtige Billett oder die richtige Haltestelle zu finden kann eine echte Herausforderung darstellen, vor allem wenn Sie der lokalen Sprache nicht mächtig sind. Zum Glück bietet Ihnen eine hilfsbereite Person an, das Lösen der Tickets für Sie zu übernehmen. Dumm nur, dass die Person zwar vielleicht das richtige Billett löst, aber den doppelten Preis verlangt und so einen schönen Profit aus Ihrer Unwissenheit schlägt.

In extremen Fällen kann es gar sein, dass Sie an einen illegalen Bus verwiesen werden, der nicht nur überzogene Preise verlangt, sondern auch gefährlich sein kann.

Unser Tipp: Erkundigen Sie sich in den Touristen-/ oder Informationsbüros der grösseren Stationen nach dem Weg, dem richtigen Billett und dem Preis. Die Wahrscheinlichkeit, auf zumindest englischsprechende Mitarbeitende zu stossen, ist dort in der Regel höher. Oder kaufen Sie – falls möglich – die Fahrkarte bereits im Voraus über das Internet.


4. Der Wechselgeldtrick

Fremdes Land, fremde Währung. Die unterschiedlichen Banknoten auseinanderzuhalten ist dabei nicht immer einfach, da sie sich oftmals farblich nicht sonderlich stark unterscheiden. Dies wird gerne ausgenutzt, indem man Ihnen als Wechselgeld in Restaurants oder Läden die kleinere, aber eben zum Verwechseln ähnlich aussehende Note gibt. Dasselbe Prinzip wird auch von Passanten angewandt, die Sie nach Wechsel- oder Kleingeld für den Bus fragen.

Unser Tipp: Nehmen Sie sich beim Bezahlvorgang ruhig Zeit und lassen Sie sich nicht ablenken. Scheuen Sie nicht davor zurück, das Wechselgeld zu kontrollieren.


5. Falscher Zimmerservice

Bei dieser Masche schiebt jemand durch den Schlitz Ihrer Hotelzimmertür einen Zettel. Auf den ersten Blick scheint dieser vom Hotel zu stammen, typischerweise mit Informationen zum Zimmerservice (Menü, Reinigung, Zusatzleistungen). Rufen Sie die angegebene Nummer für eine Bestellung an, werden Sie aufgefordert, zur Zahlung Ihre Kreditkartendetails durchzugeben. Keine gute Idee, denn Ihre Karte wird zwar belastet –auf die Bestellung können Sie jedoch lange warten.

Unser Tipp: Lassen Sie sich nicht täuschen: normalerweise werden solche Informationen vom Hotel nicht unter der Türe durchgeschoben, sondern liegen beispielsweise auf dem Nachttisch. Wenn auf dem Zettel zudem eine externe Nummer angegeben ist, können Sie sicher sein, dass es eine Falle ist. Allgemein lautet die goldene Regel – und zwar nicht nur in solchen Situationen: geben Sie niemals Ihre Kreditkarteninformationen preis.

 

Zahlreich sind die Methoden, mit denen Betrüger versuchen, Touristen um ihr Geld zu bringen. Natürlich sollte dies kein Anlass für ein generalisiertes Misstrauen oder gar Paranoia gegenüber allen Menschen sein. Dennoch ist es wichtig, über Betrugsmaschen Bescheid zu wissen, ein vernünftiges Mass an Vorsicht an den Tag zu legen und stets den gesunden Menschenverstand walten zu lassen.

Hotspot Weltweit

Hotspot Bericht

Mit der Kamera an die Kriegsfront

18.05.2018vonCéline Neuenschwander

Wenn er gerade nicht unterrichtet, dann reist Alex Kühni in den Krieg. Als Kriegsjournalist dokumentiert er die Konflikte dieser Welt. Sein Ziel dabei: Das Bewusstsein der Menschen in den westlichen Ländern schärfen. Zu diesem Zweck gibt er sich oftmals selbst in Lebensgefahr. Für seine Arbeit gewann Kühni den diesjährigen Swiss Press Photo Award der Kategorie Ausland. Ein Interview über ein Leben zwischen Klassenzimmer und Kriegsfront.

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